Ein kurzer Abriss der Geschichte des Kulturhauses Caserne

Vor rund zwanzig Jahren engagierten sich zwei junge Freunde in einer freien Theatergruppe. Doch schnell mussten sie erkennen, dass es in ihrer Heimatstadt keinen Raum für solche Initiativen gibt. Weder für Proben noch für Aufführungen.

Und dass es darüber hinaus insgesamt auch keinen Ort gibt, an dem so etwas wie studentisches Leben stattfindet. Denn die meisten jungen Erwachsenen fahren am Abend nach Ravensburg oder nach Konstanz. Oder ziehen gänzlich weg.

Und die beiden Freunde beschlossen darum, mutig und naiv zugleich, dies grundlegend zu ändern. Und ein soziokulturelles Zentrum für Friedrichshafen zu gründen.

1994/1995 wurden von Claus-Michael Haydt und Frank Przybilla darum die Räume im Gebäude 17 der ehemaligen Flakkaserne vom Bundesvermögensamt angemietet, denn noch waren die Verkaufsverhandlungen mit der Stadt Friedrichshafen nicht abgeschlossen. Der Mietvertrag war folglich darum auf ein Jahr befristet mit der Option auf jeweils eine jährliche Verlängerung. Das inhaltliche Konzept war hierfür schnell beschlossen und sollte ein Theater, ein Kino, eine Kulturkneipe und einen Club umfassen. Dieses ursprüngliche Konzept hat bis heute Beständigkeit.

Mit einem nur auf ein Jahr befristeten Mietvertrag, ohne Startkapital und vor allem in ihrer Freizeit (beide Initiatoren haben bis heute dieses Haus neben ihren regulären Berufen bzw. Studienzeiten betrieben) erfolgte der Startschuss für die Umbaumaßnahmen. Dieser Umbau erfolgte ohne einzige Handwerkerstunde auf rein ehrenamtlicher Basis durch Freunde, Familie und Begeisterte. Durch die private Finanzierung der beiden Initiatoren wurde Material eingekauft, zumeist aber gebrauchte Gegenstände organisiert (so z.B. die ehemalige Bestuhlung aus der Festhalle, die Lüftungsanlage aus einer Abbruchhalle oder ein alter Filmprojektor aus Babelsberg).

Bald erfuhr die Presse von dem Projekt und berichtete ausführlich darüber. Durch diese Artikel erfuhr auch der Betreiber des Bahnhofs Fischbach von dem geplanten Projekt. Aus Angst vor einer möglichen Konkurrenz verfasste er einen unsachlichen Brief an die Mitglieder des Stadtrates. Ein vorläufiges Umbauverbot war die Folge, welches fast ein Jahr währte. Doch letztlich hatte der Brief von Herrn Berchtold bei allen im Stadtrat vertretenen Fraktionen die Folge, dass sie das Gespräch mit uns suchten und dem Projekt am Ende geschlossen positiv gegenüberstanden. Eine wichtige Rolle hatte an dieser Stelle auch Herr Kulturbürgermeister Kurt Brotzer.

Nach diesen turbulenten Anfangsschwierigkeiten konnten die Räume dann nach fast zwei Jahren Umbauzeit endlich am 22. Februar 1996 offiziell eröffnet werden (Inoffiziell geschah dies bereits 1995) und der Traum der Kleinkunstbühne Atrium, des Programmkinos Studio 17, der Kulturkneipe Refugium und des Clubs Metro für Friedrichshafen wurde endlich wahr.

Was in den Jahren des Umbaus und der Programmgestaltung auf der Strecke blieb, war die Entwicklung einer vernünftigen Organisationsstruktur. Dies wurde 1998 nachgeholt.

Denn die ersten Jahre wurde das Kulturhaus Caserne als eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts geführt, beide Betreiber waren mit ihrem Privatvermögen somit komplett haftbar. Zudem war aufgrund des gemeinnützigen Ansatzes des Hauses auch eine solche Rechtsform unabdingbar. Mit Fachleuten wurde somit das bis heute gültige Modell entwickelt, welches der Caserne zugrunde liegt. Die Hauptmieterin und Trägerin des Hauses ist eine GmbH, welche die vormalige GbR ablöste. Zusätzlich wurde ein Verein gegründet, welcher das Theater und das Kino betreibt. Ein Organigramm ist im nächsten Kapitel einzusehen.

Auf dieser Basis konnte das Haus seine erfolgreiche Kulturarbeit fortsetzen und vertiefen. Das Haus wurde in der Folge zu einem unverzichtbaren Anker der kulturellen Identität der Stadt. Bis heute fanden so tausende verschiedene Veranstaltungen statt und haben das Gesicht der Stadt damit nachhaltig geprägt.

Kulturhaus Caserne GmbH
Tel.: 07541 371661

culturverein caserne e.V.
Tel.: 07541 31726

Fallenbrunnen 17
88045 Friedrichshafen